
Wegweiser
durch den
Erfahrungszirkel
Musikkulturelle
Beobachtungen in
Ein
Erfahrungszirkel bietet die Möglichkeit, kulturelle und speziell
musikkulturelle Beobachtungen selbsttätig, interaktiv und mit allen Sinnen zu
erfahren. Das Material wurde zuvor von einem (wissenschaftlichen und/oder
künstlerischen) Beobachter gesammelt, in einzelne Module aufgeteilt und
multimedial aufbereitet.
Folgende Regeln gelten für den Umgang:
Es besteht die Freiheit,
-
sich die Reihenfolge der Erschließung selbst einzuteilen,
-
den zeitlichen Ablauf selbst zu planen,
-
Einzel- oder Partnerarbeit zu wählen
-
eigene Ideen (zur Erarbeitung oder Weiterführung) einzubringen
-
selbst Vorschläge für weiterführende Module zu machen oder auszuarbeiten
Selbstverständlich ist ein
konsensueller Diskurs mit dem/r Dozenten/in jederzeit möglich und erwünscht.
Zunächst sollen jedoch alle Möglichkeiten eines unverbauten eigenen Zugangs
offen gehalten werden, besonders bezogen auf die Suche nach eigenen Anschlüssen
an die Thematik oder deren Aspekte.
Es besteht die Pflicht,
-
mit dem Material sorgfältig umzugehen, d. h.,
* das Material nicht zu beschädigen oder zu verändern,
* die Blätter in den Plastikhüllen zu lassen,
* von Tischen Genommenes wieder zurück zu legen,
* das Material der einzelnen Module
nicht durcheinander zu bringen,
* einen sauberen Arbeitsplatz zu hinterlassen,
* allgemeine Vorlagen nicht zu bemalen,
* Video- und Audio-Cassetten zurückzuspulen,
* CD-ROMs aus den Laufwerken zu entfernen,
* mit Computersoftware diszipliniert zu
arbeiten,
um unnötige Abstürze und
Virusinfektionen zu vermeiden;
-
sich in der zur Verfügung stehenden Gesamtzeit bestimmte, besonders auch
prüfungsrelevante Grundkenntnisse anzueignen;
-
durch Ruhe für eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu sorgen.
Entwurf und Programm zum
„Erfahrungszirkel: Musikkulturelle Beobachtungen in Sri
Lanka“ -
10 interaktiv-multimediale Stationen,
präsentiert in einem modularen Arbeitsatelier

Abb. 2: Die Grundrisszeichnung eines multimedialen
Arbeitsateliers als Erfahrungsraum für die Durchführung eines Erfahrungszirkels
Der Definition des
„Raumes“ als „Erfahrungsraum“ gemäß, sollte dieser selbstverständlich so
passend und attraktiv wie möglich ausgestattet werden. So bieten sich Poster
und Wandbehänge sowie Photos und Landkarten für die Wände an;
auch an den einzelnen Erfahrungsstationen kann ergänzend diverses Anschauungsmaterial
ausgelegt werden, welches die digital dargebotenen Eindrücke noch anderweitig
sensuell unterstützt. Sehr entscheidend ist es, die übliche grau-beige
sachlich-unattraktiv wirkende Atmosphäre üblicher Computerräume zu vermeiden
und durch anziehende und motivierende Farben und Gegenstände attraktiv
zu gestalten. Möller definiert die „Lernumgebung“ als Gesamtarrangement,
„das die Lernenden effektiv unterstützen soll, mit den Komponenten Lehrende,
Lernpartner, Lehr- und Lernmaterialien sowie Medien. Aus der Sicht der
Lernenden stellt sich die Lernumgebung als Raum dar, in dem ihm Arbeitstische
für Einzel- und Gruppenarbeit, Bücher und Computer mit geeigneter Software
zur Verfügung stehen“ (Möller, Renate: „Lernumgebungen und
selbstgesteuertes Lernen“. In: Meister/Sander: Multimedia. Neuwied 1999: 147).
Möller sieht
Multimedia als Hilfsmittel, das den Lernprozess wirkungsvoll unterstützen kann
und als wichtige Möglichkeit, „lehrerzentrierten Unterricht aufzubrechen und selbstgesteuertes
Lernen individuell oder in Kleingruppen zu realisieren“ (147). Die
Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Unterrichtsmedien fasst die Autorin in
vier Punkten zusammen:
- emotionale
Qualität der Inszenierung einer Begegnung mit dem Themengebiet;
- Simulationsqualität im Hinblick auf die
Schaffung von Erfahrungswelten, die explorative Wissenskonstruktion
ermöglichen;
- Attraktion- und
Ungewöhnlichkeitsfaktor der Darstellung eines Themas;
- Schaffen von
lexikalischen Wissensbasen mit direktem Zugriff, abgestimmt auf das Thema,
multicodal und -sensorisch.
Für den Musikunterricht wäre noch zu ergänzen,
dass die sonische, auditive Komponente durch konsensuelle Bezüge zu anderen
Ausdrucksformen und damit Sinnen eine Relativierung im Hinblick auf eine
holistische Wirkung und Wahrnehmung erfährt. Die herkömmliche Isolierung wird
zurückgeführt in eine Kultureingebundenheit sonischer Grenzmarken,
wodurch die systemisch funktionale Bedeutung und die Viabilität deutlicher in
Erscheinung treten.

Abb. 3: Ein multimediales
Arbeitsatelier in der Seminarpraxis und...

Abb. 4: ...in der Schulpraxis
Folgende Module eines erweiterbaren
Erfahrungszirkels sollen unter Berücksichtigung kulturkonstruktivistischer
Reflexionen eine praxiskonkrete Umsetzung aufzeigen. Sie wurden erstellt
unter Wahrung einer gleichmäßigen Verteilung der konstruktivistischen Teilbereiche
Konstruktion, Rekonstruktion und Dekonstruktion. Die Planung erfolgt auf
verschiedenen Erfahrungsebenen, die einen grundsätzlichen Bezugsrahmen
für die Module schaffen:
|
Erfahrungsaspekt |
Grundthematik der Erfahrung |
|
Vorgaben im Bildungskanon |
Eventuell vorgegebene Lehrplanangaben |
|
Erfahrungsmethode |
Methodische Vorgabe |
|
Erfahrungsmedien |
Mediale Vorgaben |
|
Erfahrungskontrolle |
Kontrollvorgaben |
|
Erfahrungsfixierung |
Fixierungsvorgaben |
|
Überwiegende Erfahrungswahrnehmung |
Sensuelle Ebene |
|
Vorherrschender Erfahrungsmodus |
De-, re- oder konstruktiv |
|
Überwiegende Erfahrungsverarbeitung |
Mimetische
oder reflexive Erfahrungsaneignung |
|
Erfahrungshinweise |
Anregungen
und Vorschläge für eine Annäherung |
|
Mögliche Erfahrungsvertiefung |
In jeder Hinsicht |
Die Beschreibung
der einzelnen Erfahrungsstationen
(hier angeboten für Studenten der Musikpädagogik und
–wissenschaften; für Schüler wären altersspezifische Anteile auszuwählen und
entsprechend angepasst anzubieten):
sri
lanka